Obst- und Gartenbauverein
Iggingen e.V.

Obst- und Gartenbauverein Iggingen e.V.
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Nur für den Vorstand und den Ausschuss

 

Wer nie sein Obst im Garten aß,
und Beeren selbst vom Strauch gelesen,
nie unter fruchtbehängten Zweigen saß,
ist nie im Paradies gewesen.

Diese Birne steht heute mitten im neuen Baugebiet, von Brainkofen kommend links oberhalb des Kreisverkehrs mit den großen Steinen. Dem 1. Vorsitzenden Hermann Behringer ist es zu verdanken, dass diese Birne heute noch steht. Sie sollte im Zuge des Bebauungsplanes verschwinden. Unter dem Birnbaum ist heute ein kleiner Spielplatz, an dem Kinder unter klimatisierten Verhältnissen spielen können und somit nicht den starken UV-Strahlungen ausgesetzt sind.
Dieses Bild ist auch das Titelbild der Festschrift von 1999 anlässlich der 100-Jahrfeier des O&G Iggingen.

Der Verein stellt sich vor

In früheren Jahren war es gängig in Iggingen die Vereinsmitgliedschaft zu vererben. Genauer, der Sohn wurde automatisch zum Nachfolger des Vaters als Mitglied des Vereines. Zeigt es doch das Verhältnis zwischen den Mitgliedern und deren Familien. Der Vater wurde Mitglied stellvertretend für die anderen Familienmitglieder. So ist es in der Tat zum Teil heute noch, womit erklärt wäre, warum der Altersdurchschnitt der Mitglieder bei über 60 Jahren liegt und  weibliche Mitglieder noch in der Minderzahl sind. Erst vor wenigen Jahren wurde das Mindestalter für die Mitgliedschaft fallen gelassen. Heute hat der Verein immerhin die stattliche Anzahl von rund 150 Mitgliedern, die über die Jahre in etwa stabil gehalten wurde. Der Anteil der Familienmitglieder ist nach Einführung der vergünstigten Familienmitgliedschaft deutlich gestiegen.

Natürlich war der Verein aus dem Wunsch erstanden, den Obst- oder Gartenbau zu professionalisieren, quasi für die Qualität- und Mengensteigerung des Anbaues. Das drückte sich vor allem in der Art des Unterrichts aus. Da in Iggingen aber weitgehend eine gemischte Landwirtschaft aus kleineren Gütern bestand und der Absatz und die Preise sanken, konnte die Rentabilität nicht erreicht werden. Dennoch sind die Obstbäume auch heute noch ein Bestandteil der hiesigen Landschaft, obgleich schon sehr zurückgedrängt. Dies hatte auch Auswirkungen auf den Verein. Die Satzung wurde in seiner letzten Form dahingehend erweitert, dass er die nähere Umgebung des Obst- und Gartenbaues mit einbezog: Förderung der Haus- und Kleingärten, die Pflanzenzucht, den Vogelschutz, die Bienenzucht und nicht zuletzt die Gestaltung des Dorfes mit dem Blumenschmuckwettbewerb. 



Schnittkurs Januar 2004 im Obsthäusle "Theorie" mit Franz-Josef Klement.

Die Aufgaben sieht der Verein derzeit in erster Linie in der Wissensweitergabe über die Behandlung des (Obst-) Baumes, des Gemüses und der Sortenkenntnis. Dafür finden reichlich Vorträge statt. Nicht nur der Baum- und Strauchschnitt, sondern auch die Behandlung von Krankheiten oder die Behandlung des Bodens sind wesentlich. Für die nähere Zukunft wird sich der Verein der Neuanlage von Streuobstwiesen, der Landschaft als Ganzes und dem privaten Gemüsebau widmen. Nicht nur des Ertrages willen. Aus ökologischen Gründen, für das Wohlbefinden der Bevölkerung, und für den unmittelbaren Schutz unserer eigenen Umgebung. In diesem Sinne hat die Gemeinde Iggingen als Ausgleichsmaßnahme das Baugebiet West mit einem Pflanzgebot von zwei heimischen Obstbäumen und einem heimischen Laubbaum vorgeschrieben. Hierbei sind viele Bewohner überfordert oder unfreiwillig damit konfrontiert und somit zwangsläufig auf Hilfe angewiesen, wollen sie die Pflanzungen nicht zu Tode quälen. Hier macht sich der Obst- und Gartenbauverein stark: Die qualitative Unterstützung zur Selbsthilfe, die am ehesten als Mitglied im Obst- und Gartenbauverein zu erreichen ist. 

3-Tages Schnittkurs mit Franz-Josef Klement in Schönhardt Januar 2004

Heute kann jeder Igginger Bürger gegen ein relativ geringes Entgelt den Baumwart oder Fachwart beauftragen die Bäume zu schneiden. Fortbildungsveranstaltungen des Vereins werden durch hochqualifizierte Fachkräfte gehalten. Neuerdings wird auch versucht mit Randgebieten, wie Steckkurs, das Interesse zu wecken. Langfristig wird es aber so sein, dass man den jungen Familien aufzeigt, wie man durch Baumpatenschaften und gepachteten Flächen, die für die Landwirtschaft unattraktiv sind, für die ganze Familie eine kostengünstige gemeinsame Freizeitgestaltung mit hohem Bildungseffekt schaffen kann: Neupflanzung von Obstgärten. Es muss ja nicht in Kleinstarbeit ausarten und die Wiese muss nicht so intensiv bearbeitet werden. Auch die Giftspritze muss nicht unbedingt zum Einsatz kommen, können wir uns doch auf weniger brutale Art und Weise unseren Anteil an den Früchten sichern. Gesünder ist die Natur in diesem Punkt allemal. 

Den älteren Gärtlesbesitzern sei ans Herz gelegt, ihren „Kindern” im reifen Erwachsenalter von sicher über 30 Jahren zumindest einen guten Teil zur Eigenverwendung zu überlassen, denn wie sollen diese sonst einen Bezug zum Obst- und Gartenbau bekommen? Es ist doch sicherlich schön, wenn die Enkelkinder oder gar die Urenkelkinder unter den blühenden oder früchtebehangenen Bäumen über die bunte Wiese tollen.

Interessant ist, dass die klassische Aufgabenteilung des Ehelebens sich auch im Gärtle fortsetzt. Also die klassischen „schweren” Tätigkeiten, wie Baumschnitt, obliegen dem Manne und die pflegerische Leistung bei der Frau. Eigentlich ein Grund mehr, die hohe Leistung der Frauen zu achten und ihnen die Anerkennung zu geben. Zum Teil wird dies schon während des Blumenschmuckwettbewerbs gemacht, so dass nicht mehr der „Haushaltsvorstand” angeschrieben wird, sondern die betroffenen Anwohner insgesamt. Der Vorstand würde sich freuen, wenn das Engagement der Frauen sich dahingehend verstärken würde, auch kräftig im Verein mitzuwirken und möglichst dem Verein auch beizutreten.

Wasmut Fiedler
- Schriftführer -
 

 

 

Fachwart für Obst und Garten

Unter den Mitgliedern des Obst- und Gartenbauvereins Iggingen haben inzwischen folgende den Fachwart für Obst und Garten erfolgreich absolviert:

(*) Diese Mitglieder stehen Ihnen auch gegen Entgeld für Ihren Baumschnitt zur Verfügung.

Diejenigen, die an dieser Ausbildung Interesse haben könne sich vorab auf folgender Seite ausführlich informieren:

http://www.bv-ogv-gd.de/Fachwarte.htm

 

Stand: 2005-06-26
webmaster@ogv-iggingen.de
letzte Änderung am 26.06.2005